Beamte der türkischen Wettbewerbsbehörde führten am frühen Mittwochmorgen eine unangekündigte Inspektion in den örtlichen Büros der Online-Einzelhandelsplattform Temu durch. Der Schritt markiert eine Verschärfung der behördlichen Kontrolle der Aktivitäten des chinesischen E-Commerce-Riesen im Land.
Ein Sprecher von Temu bestätigte die Inspektion gegenüber Reuters und stellte fest, dass die Behörden mehrere elektronische Geräte, darunter Laptops und Desktop-Computer, zur weiteren Überprüfung beschlagnahmt hätten. „Wir arbeiten während des gesamten Prozesses eng mit den türkischen Behörden zusammen“, erklärte der Sprecher.
Temu, das sich im Besitz von PDD Holdings befindet, ist in der Türkei schnell gewachsen, indem es eine große Auswahl an Konsumgütern zu deutlich niedrigen Preisen anbietet. Allerdings ging dieses Wachstum mit einer Verschärfung der lokalen E-Commerce-Gesetze einher. Im Jahr 2025 führte Türkiye neue Vorschriften ein, die internationale Plattformen dazu verpflichten, lokale Rechtsvertreter zu ernennen und strengere Produktsicherheits- und Verbraucherschutzstandards einzuhalten.
Die Inspektion in Istanbul folgt auf ähnliche Durchsetzungsmaßnahmen an anderen Orten. Ende letzten Jahres führten Aufsichtsbehörden der Europäischen Union eine Razzia in der regionalen Zentrale von Temu in Dublin, Irland durch. Diese Untersuchung konzentrierte sich darauf, ob die Plattform von unfairen ausländischen Subventionen profitierte und ob ihr Geschäftsmodell mit dem EU-Gesetz über digitale Dienste in Bezug auf den Verkauf nicht konformer Produkte im Einklang stand.
Bis Mittwochnachmittag hat die türkische Wettbewerbsbehörde keine offizielle Stellungnahme zum konkreten Umfang der Untersuchung oder möglichen Anklagen abgegeben.
Source: Türkische Wettbewerbsbehörde führt Razzia in Temu-Büros durch
