Das KI-Unternehmen Anthropic hat sich mit Autoren und Verlegern auf einen gerichtlichen Vergleich in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar geeinigt, weil es angeblich illegal Millionen urheberrechtlich geschützter Bücher heruntergeladen und gespeichert hat, um seine KI-Modelle zu trainieren. Die Vereinbarung, die die größte Auszahlung in der Geschichte des US-amerikanischen Urheberrechts darstellt, umfasst etwa 500.000 Werke und sieht eine Zahlung von 3.000 US-Dollar pro Werk vor.
Dieser Vergleich ist Teil eines größeren Rechtstrends, bei dem derzeit landesweit mehr als 40 Klagen zwischen KI-Entwicklern und Urheberrechtsinhabern laufen. Einige Experten gehen davon aus, dass der Deal einen Maßstab für künftige Vergleiche, Gerichtsentscheidungen oder Lizenzgebührenstrukturen setzen könnte. Auch Musikverlage beobachten das Ergebnis in der Hoffnung, ähnliche Vereinbarungen für ihre Branche zu sichern.
Es wurden jedoch Bedenken geäußert, dass solch hohe Abwicklungskosten eine Eintrittsbarriere für kleinere KI-Startups darstellen und große, gut finanzierte Unternehmen begünstigen könnten, die sich diese Zahlungen leisten können. Für Anthropic sind die 1,5 Milliarden US-Dollar relativ gering im Vergleich zu der jüngsten Finanzierungsrunde von 13 Milliarden US-Dollar und der geschätzten Bewertung von 183 Milliarden US-Dollar.
Zuvor hatte ein Richter entschieden, dass die Nutzung urheberrechtlich geschützter Bücher durch Anthropic zum Training seiner KI „äußerst transformativ“ sei und als faire Nutzung zu qualifizieren sei. Der umstrittene rechtliche Punkt blieb die Art und Weise, wie das Unternehmen an die Schulungsmaterialien gelangte, und es wurde ihm vorgeworfen, Raubkopien verwendet zu haben. Ein Richter hat die Genehmigung des Vergleichs verschoben, um eine weitere Überprüfung durchzuführen, und weist darauf hin, dass die aktuelle Vereinbarung in ihrer jetzigen Form möglicherweise nicht abgeschlossen werden kann.








