Das US-Verteidigungsministerium formalisiert das Maven Smart System von Palantir Technologies als „Program of Record“ und sichert damit eine mehrjährige Finanzierung seiner KI-gestützten Zielplattform in allen Bereichen des Militärs. Ziel der Benennung ist es, Stabilität und Ressourcen für die weitere Entwicklung von Maven bereitzustellen, das maßgeblich an militärischen Operationen, insbesondere im anhaltenden Konflikt im Iran, beteiligt war.
Der britische Chef von Palantir, Louis Mosley, erklärte, dass die Verantwortung für den Einsatz von Maven im Kampf bei Militärorganisationen liege und nicht beim Unternehmen selbst. Er bezeichnete das System als „ein unterstützendes Tool“, das die Entscheidungsfindung durch die Synthese riesiger Datenmengen verbessern soll, die sonst manuell verarbeitet würden. Es bestehen Bedenken hinsichtlich der Möglichkeit, dass Maven falsche Ziele vorschlägt, darunter auch Zivilisten.
Ein vom stellvertretenden Verteidigungsminister Steve Feinberg unterzeichnetes Memo vom 9. März bestätigte den Status des Programms und betonte, dass es Kriegskämpfer mit Werkzeugen ausstatten würde, um Gegner effektiv bekämpfen zu können. Das Pentagon plant, die Aufsicht über Maven innerhalb von 30 Tagen von der National Geospatial-Intelligence Agency auf sein Chief Digital and Artificial Intelligence Office zu übertragen, wobei künftige Verträge von der US-Armee verwaltet werden sollen. Diese Umstrukturierung wird voraussichtlich vor Ende des Geschäftsjahres 2026 vollständig betriebsbereit sein.
Der ursprüngliche Auftrag für Maven hatte einen Wert von 480 Millionen US-Dollar und wurde im Mai 2024 vergeben, und die Obergrenze wurde im Mai 2025 auf 1,3 Milliarden US-Dollar angehoben. Darüber hinaus besteht auch eine separate Unternehmensvereinbarung der Armee über 10 Milliarden US-Dollar. Derzeit hat Maven über 20.000 aktive Benutzer und verarbeitet Daten aus mehr als 150 Quellen, darunter Satellitenbilder und Drohnenvideos. Während der Operation Epic Fury Ende Februar half die Plattform bei der Bearbeitung von 1.000 Zielen innerhalb der ersten 24 Stunden.
Nach Angaben der Trump-Regierung hat das US-Militär seit Beginn der Feindseligkeiten 11.000 Orte im Iran angegriffen, viele davon identifizierten sich mit Mavens Hilfe. Es wurde jedoch Kritik an der Zielgenauigkeit des Systems geäußert. Berichten zufolge traf eine Tomahawk-Marschflugrakete am ersten Einsatztag eine Grundschule in Minab, was zu mindestens 168 Todesopfern führte und Fragen zur Wirksamkeit von KI-gesteuerten Zielsystemen aufwirft.
Experten haben gewarnt, dass die schnellen Entscheidungsfähigkeiten der KI-Technologie, wie sie beispielsweise Maven bietet, die Möglichkeiten einer sinnvollen Verifizierung einschränken könnten. Mosley betonte, dass Palantir keine Verantwortung für militärische Aktionen trage, die mit seinen Werkzeugen durchgeführt würden, und erklärte: „Das ist nicht unsere Rolle.“








