Die Regulierungsbehörden der Europäischen Kommission haben die Fusion von Paramount mit Warner Bros. Discovery genehmigt, unter der Bedingung, dass Paramount sein Vertriebsgeschäft mit Universal in Europa einstellt. Dies stellt einen bedeutenden Schritt in Paramounts Bemühungen dar, die 111 Milliarden US-Dollar teure Übernahme von Warner Bros. Discovery abzuschließen, die noch immer durch eine rechtliche Anfechtung von 12 US-Bundesstaaten behindert wird, die die Fusion vorübergehend pausieren.
Die Regulierungsbehörden bewerteten die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf die Filmproduktion, den Vertrieb, die Medienlizenzierung und den Rundfunk. Sie kamen zu dem Schluss, dass das zukünftige Vertriebsgeschäft von Paramount das größte Risiko für den fairen Marktwettbewerb darstellt. Paramount und Universal betreiben in Europa eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft, Universal International Pictures (UIP), die nach Ansicht der Regulierungsbehörden Paramount in Kombination mit dem Filmkatalog von Warner möglicherweise einen unfairen Vorteil verschafft. „Die Transaktion hätte dazu geführt, dass Warner-Filme auch über UIP vertrieben würden, und ohne die Verpflichtungen hätte sie zu schlechteren Miet- und Vertriebskonditionen für Kinobetreiber geführt und letztlich die Verbraucher benachteiligt“, erklärte die Europäische Kommission.
Um die Genehmigungsbedingungen zu erfüllen, muss Paramount sein gemeinsames Vertriebsgeschäft innerhalb von 13 Monaten nach Abschluss der Transaktion aufgeben. Darüber hinaus hat sich das Unternehmen bereit erklärt, für einen Zeitraum von zehn Jahren auf jegliche Zusammenarbeit mit Universal im Rahmen des gemeinsamen Filmvertriebs zu verzichten.
Im Vereinigten Königreich prüfen die Aufsichtsbehörden den Zusammenschluss weiterhin und erwägen möglicherweise ein Eingreifen. In den Vereinigten Staaten haben die Bundesbehörden der Fusion zwar zugestimmt, doch die laufende Klage aus zwölf Bundesstaaten stellt ein Hindernis dar. Am 20. Juli pausierte ein Richter die Fusion für zwei Wochen. Für den 3. August war eine Anhörung angesetzt, um die Notwendigkeit eines vollständigen Prozesses zu prüfen.
Verzögerungen beim Abschluss des Deals stellen für Paramount finanzielle Risiken dar. Laut Bloomberg könnten Paramount bis zum Abschluss Kosten in Höhe von etwa 7 Millionen US-Dollar pro Tag entstehen, wenn die Fusion nicht bis Ende September abgeschlossen wird.








