Die britische Regierung will Kindern unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Medien verbieten, kündigte Premierminister Keir Starmer an. Diese Entscheidung folgt einem Konsultationsprozess zum Zugang von Kindern zu sozialen Medien. „Tech-Giganten hatten ihre Chance und sind gescheitert, aber wir greifen ein, um Kinder zu schützen, Eltern zu unterstützen und eine neue Normalität für zukünftige Generationen zu schaffen“, erklärte Starmer während einer Rede in der Downing Street.

Das Gesetz soll bis Ende dieses Jahres verabschiedet werden, die Durchsetzung soll im Frühjahr 2027 beginnen. Das Verbot betrifft nicht nur große Plattformen wie TikTok, Instagram, Snapchat, YouTube, Facebook und X, sondern erstreckt sich auch auf Gaming-Apps. Kindern unter 16 Jahren ist es untersagt, mit Fremden zu chatten, Live-Streaming zu betreiben oder romantische Chatbots zu verwenden.

Es wird beschrieben, dass der Ansatz des Vereinigten Königreichs weiter geht als die Gesetzgebung jedes anderen Landes zu diesem Thema. Starmer wies darauf hin, dass das Vereinigte Königreich ein Modell übernehmen wird, das den australischen Social-Media-Beschränkungen ähnelt, die am 10. Dezember 2025 in Kraft treten sollen. Nach den neuen Regeln müssen Social-Media-Plattformen den Zugriff für Benutzer unter 16 Jahren standardmäßig deaktivieren. Chat-Anwendungen wie WhatsApp und Telegram sind von diesen Einschränkungen jedoch nicht betroffen.

Die Regierung erwägt außerdem zusätzliche Beschränkungen für Jugendliche unter 18 Jahren, darunter nächtliche Ausgangssperren und Unterbrechungen beim Infinite-Scrolling. Obwohl Starmer einräumte, dass Kinder Möglichkeiten finden könnten, das Verbot zu umgehen, argumentierte er, dass dies die Regierung nicht davon abhalten dürfe, das Gesetz zu erlassen. „Wir sagen nicht: ‚Oh, schauen Sie, ein Teenager hat es irgendwie geschafft, etwas zu trinken, also machen wir uns nicht die Mühe, den Alkoholverkauf für Kinder zu verbieten‘“, sagte er.

Im Januar startete das Vereinigte Königreich eine Konsultation mit dem Titel „Aufwachsen in der Online-Welt“, um Feedback zur Durchsetzung von Altersgrenzen für soziale Medien zu sammeln. Den Ergebnissen zufolge befürworteten 90 % der Eltern die Festlegung eines Mindestalters von 16 Jahren für den Zugang zu sozialen Medien. Starmer betonte, dass das Verbot keine technologiefeindliche Haltung widerspiegele und betonte, wie wichtig es sei, den Einsatz von Technologie mit dem Kinderschutz in Einklang zu bringen.

Die britische Technologieregulierungsbehörde Ofcom wird in Absprache mit dem Gesetzgeber detaillierte Regeln für das Verbot entwickeln. Ofcom hat zuvor wichtige Online-Sicherheitsbestimmungen eingeführt, darunter Alterskontrollen und Schutzmaßnahmen gegen Grooming. Spezifische Durchsetzungsmechanismen und Ausweisanforderungen für das Verbot wurden noch nicht bekannt gegeben.


Quelle des hervorgehobenen Bildes