Eine aktuelle Studie des Atlantic Council zeigt, dass die Vereinigten Staaten zum führenden Investor in der kommerziellen Spyware-Industrie geworden sind und Länder wie Israel, Italien und das Vereinigte Königreich übertreffen. Diese Branche, die dafür bekannt ist, verdeckte Überwachung zu ermöglichen, birgt erhebliche Risiken für die Menschenrechte und die nationale Sicherheit, da sie Journalisten, Menschenrechtsverteidiger, Politiker und Diplomaten ins Visier nimmt.
Die Studie, die zwischen 1992 und 2024 561 Unternehmen in 46 Ländern befragte, identifizierte 34 neue Spyware-Investoren, sodass sich die Gesamtzahl auf 128 erhöhte, ein bemerkenswerter Anstieg gegenüber den 94 im Vorjahr identifizierten. Allein im Jahr 2024 wurden 20 neue Spyware-Investoren mit Sitz in den USA identifiziert, wodurch sich die Gesamtzahl der amerikanischen Investoren auf 31 erhöhte.
Innerhalb des EU-Binnenmarkts und der Schweiz identifizierte die Studie 31 Investoren, wobei Italien mit 12 an der Spitze stand und Israel 26 Investoren zählt. Große US-Finanzunternehmen, darunter D.E. Shaw & Co., Millennium Management, Jane Street und Ameriprise Financial haben nach Angaben des Atlantic Council Berichten zufolge Gelder an Cognite weitergeleitet, einen israelischen Anbieter von Abhörsoftware, der in Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan und Indonesien verwickelt ist.
Ein weiteres Highlight der US-Investitionen ist die Übernahme des israelischen Spyware-Anbieters Paragon Solutions Ende 2024 durch AE Industrial Partners, eine in Florida ansässige Private-Equity-Firma mit Schwerpunkt auf nationaler Sicherheit. Paragon Solutions erregte auch Aufmerksamkeit, als sein einjähriger Vertrag mit der US-amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) nach einer Pause reaktiviert wurde, eine Entwicklung, die WIRED erstmals im Oktober 2024 berichtete.
Zivilgesellschaftliche Gruppen haben ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Reaktivierung des Vertrags von Paragon mit ICE geäußert. Sie bezeichneten den Schritt der Trump-Regierung als „äußerst besorgniserregend“ und betonten die Verschärfung der Bedenken hinsichtlich der bürgerlichen Freiheiten, die sich aus dem erweiterten Budget und den erweiterten Befugnissen von ICE ergeben.
Paragon wurde auch in Europa wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens untersucht. WhatsApp berichtete, dass italienische Journalisten und Mitglieder der Zivilgesellschaft mithilfe seiner Technologie ins Visier genommen wurden. Darüber hinaus entdeckte ein italienischer Parlamentsausschuss, dass die Regierung Graphite-Spyware zur Überwachung von Menschenrechtsverteidigern einsetzte. Citizen Lab an der University of Toronto bestätigte das Angriffsziel gegen einen italienischen Journalisten und identifizierte potenzielle Paragon-Kunden in Australien, Kanada, Dänemark, Zypern, Singapur und Israel.







