Oliver Schusser, Vizepräsident von Apple Music, berichtete, dass über ein Drittel der Musik-Uploads auf die Plattform vollständig durch künstliche Intelligenz (KI) generiert werden, obwohl die Nutzerinteraktion mit diesen Inhalten mit nur 0,5 % deutlich gering ist. Schusser betonte die Herausforderung, die dieser Zustrom für die gesamte Musikindustrie mit sich bringt, und erklärte, dass der Anstieg von KI-generierten Inhalten zahlreiche Dienste betreffe, nicht nur Apple Music.

Als Reaktion auf diesen Trend plant Apple Music die Umsetzung von Maßnahmen, um der Verbreitung von KI-generierter Musik entgegenzuwirken. Schusser gab bekannt, dass das Unternehmen eine firmeninterne Technologie entwickelt hat, um die in Musikeinsendungen verwendeten KI-Modelle zu identifizieren. Apple wird außerdem „Transparency Tags“ einführen, ein Metadatensystem, das es Labels ermöglicht, offenzulegen, ob bei der Produktion eines Songs KI verwendet wurde. Diese Offenlegung ist für Inhaltsanbieter optional.

Trotz des Anstiegs der KI-Musikeinreichungen stellte Schusser fest, dass sich dadurch die Interaktionsmuster der Nutzer nicht wesentlich verändert haben. „Die Realität ist, dass die Nutzung der KI-Musik auf Apple Music wirklich gering ist“, sagte er und gab an, dass die tatsächliche Zahl unter 0,5 % der Gesamtnutzung liege. Er betonte, dass sich das Unternehmen in einem frühen Stadium der Bewältigung der Situation befinde.

Betrug ist nach wie vor ein anhaltendes Problem, wobei Schusser auf die lange Geschichte von Apple Music im Kampf gegen betrügerische Uploads verweist, die bis in die iTunes-Zeit zurückreicht. Das Unternehmen hat kürzlich seine Strafe für Betrug verdoppelt, was Berichten zufolge zu einer Reduzierung solcher Uploads um 60 % führte. Schusser erklärte: „Wir haben viel mehr als jeder andere in die Reduzierung und Eliminierung von Betrug investiert“ und betonte den Zusammenhang zwischen KI-generierter Musik und betrügerischen Einsendungen.

Andere Streaming-Dienste haben ähnliche Herausforderungen festgestellt. Deezer gab kürzlich bekannt, dass fast die Hälfte der neu eingereichten Musik auf seiner Plattform KI-generiert ist und bot daraufhin keine hochauflösenden Versionen dieser Inhalte mehr an. Spotify wurde wegen seiner KI-Titel einer genauen Prüfung unterzogen und hat im vergangenen Jahr 25 Millionen KI-generierte Songs entfernt und gleichzeitig Strategien zur Verwaltung von KI-Inhalten entwickelt.

Abschließend forderte Schusser Labels und Inhaltsanbieter auf, Verantwortung für die von ihnen eingereichte KI-Musik zu übernehmen, und unterstrich damit das Verantwortungsbedürfnis der Branche angesichts der raschen Ausbreitung der KI-Technologie in der Musikproduktion.


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