Meta erweitert sein Community Notes-Programm, eine Crowdsourcing-Initiative zur Faktenprüfung, die Anfang des Jahres in den USA gestartet wurde. Das Unternehmen führt neue Funktionen ein, darunter Benutzerbenachrichtigungen für Interaktionen mit Beiträgen, die eine Community-Notiz erhalten haben, und die Möglichkeit für jeden Benutzer, die Nützlichkeit einer Notiz anzufordern oder zu bewerten.

Guy Rosen, Chief Information Security Officer von Meta, bezeichnete diese Ergänzungen als „Tests“. Seit Beginn des Programms haben mehr als 70.000 Mitwirkende 15.000 Notizen verfasst, von denen nur 6 % veröffentlicht wurden. Diese Zahl ist angesichts der großen Nutzerbasis auf den Plattformen von Meta relativ gering.

Das Community Notes-System ähnelt dem von X (ehemals Twitter) im Jahr 2021 implementierten System. Beide Systeme fügen Notizen zu Beiträgen hinzu, wenn Benutzer mit unterschiedlichen Standpunkten zu einem Konsens gelangen. Kritiker äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit dieser Systeme bei der Bekämpfung von Fehlinformationen.

Das Center for Democracy and Technology (CDT) hat argumentiert, dass es schwierig sein kann, den erforderlichen Konsens zu erreichen, und dass Fehlinformationen sich schnell verbreiten können, bevor eine Notiz hinzugefügt wird. Eine vom CDT zitierte Studie ergab, dass über 70 % der korrekten Notizen im Zusammenhang mit Fehlinformationen zur US-Wahl den Benutzern nie angezeigt wurden.

Das CDT stellte auch die Eignung des Systems für visuelle Plattformen wie Instagram und Reels sowie private Facebook-Gruppen in Frage. Die gemeinnützige Organisation schlug vor, dass Meta Metriken einbeziehen sollte, die die Anzahl der Personen belegen, die korrigierte Informationen anzeigen, die Transparenz erhöhen, indem Notes-Daten öffentlich zugänglich gemacht werden, und ihre Entscheidung überdenken, die Faktenprüfung auf der Plattform einzustellen.