Chrome hat angeblich damit begonnen, ohne Zustimmung des Benutzers eine 4-GB-Datei namens „weights.bin“ herunterzuladen, die für die Ausführung von Gemini Nano, dem On-Device-Large-Language-Modell (LLM) von Google, erforderlich ist. Diese Informationen wurden vom Informatiker Alexander Hanff auf seiner Website The Privacy Guy veröffentlicht. Hanff bestätigte das Vorhandensein der Datei im macOS-Bibliotheksverzeichnis, das mit Chrome verknüpft ist.
Laut Hanff fragt Chrome Benutzer vor dem Herunterladen der Datei nicht nach ihrer Erlaubnis, was KI-gestützte Funktionen wie die Betrugserkennung unterstützt. Google gab an, dass Gemini Nano seit 2024 verfügbar ist und für den Betrieb lokalen Speicher benötigt, sich aber automatisch deinstalliert, wenn die Geräteressourcen niedrig sind. Das Unternehmen erwähnte außerdem, dass Nutzer seit Februar 2026 die Möglichkeit haben, das Modell direkt in den Chrome-Einstellungen zu deaktivieren und zu entfernen.
Hanff stellte Diskrepanzen bei der Dateibereitstellung fest und stellte fest, dass die Datei „weights.bin“ auf einem zweiten Mac und dem Laptop eines Kollegen fehlte. Er dokumentierte, dass die Datei nach dem Update auf Chrome-Version 148.0.7778.97 auf seinem persönlichen Laptop erschien. Er bemerkte auch, dass die Datei nach dem Löschen wieder auftauchte, und gab an, dass Chrome bei Windows-Installationen die Datei erneut herunterlädt, es sei denn, bestimmte Einstellungen werden geändert oder Chrome wird deinstalliert.
Hanff betonte, dass Benutzer KI-Funktionen über die Chrome-Einstellungen deaktivieren könnten, obwohl er darauf hinwies, dass viele diese Option möglicherweise nicht bemerkt haben. Er äußerte mögliche rechtliche Bedenken hinsichtlich des Downloadvorgangs und verwies auf mögliche Verstöße gegen europäische Datenschutzgesetze wie die DSGVO.
In Bezug auf die Umweltauswirkungen schätzte Hanff, dass die Bereitstellung der 4-GB-Datei auf 500 Millionen Geräten etwa 30.000 Tonnen CO2e-Emissionen verursachen könnte, was den jährlichen Emissionen von 6.500 Autos entspricht. Diese Zahl spiegelt nur die anfänglichen Bereitstellungskosten wider und berücksichtigt nicht den weiteren Energieverbrauch im Zusammenhang mit der laufenden Nutzung.
In der an Engadget übermittelten Antwort von Google wurde die Leichtbauweise des Gemini Nano-Modells und sein Zweck darin erwähnt, Sicherheitsfunktionen zu verbessern, ohne Benutzerdaten an die Cloud zu senden. Das Unternehmen bekräftigte die Möglichkeit der Benutzer, das Modell über die Einstellungen in Chrome zu verwalten.
Mit Stand vom 6. Mai 2026 wurde der Artikel aktualisiert und enthält nun die Erklärung von Google zu den KI-Tools auf dem Gerät, wodurch die Umschaltoption für Nutzer gestärkt wird.








