Ryan Roslansky, CEO von LinkedIn, verwendet die Copilot-KI von Microsoft, um „fast jede E-Mail“ zu verfassen, einschließlich wichtiger Nachrichten, die an seinen Chef, Microsoft-CEO Satya Nadella, gesendet werden. Das Eingeständnis erfolgte während eines Kamingesprächs im LinkedIn-Büro in San Francisco, das später an Business Insider weitergegeben wurde.

„Wenn ich Satya Nadella oder anderen CEOs oder Weltführern eine E-Mail mit extrem hohen Einsätzen schicke, muss man oft sicherstellen, dass man superschlau klingt“, sagte Roslansky. „Ich würde also ohne Zweifel sagen, dass fast jede E-Mail, die ich heutzutage versende, mit Hilfe von Copilot versendet wird.“

Roslansky stellte klar, dass sein Prozess mehr beinhaltet als das automatische Generieren einer Antwort. Er erklärte, dass die KI die Benutzer einbindet, indem sie eine Reihe von Fragen stellt, um den Inhalt zu gestalten, was eine direktere Beteiligung erfordert als eine einfache Schaltfläche „KI-Antwort“. Er beschrieb das Tool als personalisiertes „zweites Gehirn“ und bestätigte, dass er es „zweifellos täglich für jede wichtige E-Mail“ nutzt.

Auch andere Technologiemanager haben KI in ihre Arbeitsabläufe integriert. Im Juni erwähnte Sundar Pichai, CEO von Google, die Verwendung von KI-Tools wie Replit und Cursor, um Website-Code basierend auf Eingabeaufforderungen zu generieren. Im Februar gab Nvidia-CEO Jensen Huang an, dass er KI als Tutor nutzte, um ihm beim Erlernen neuer Konzepte zu helfen.

LinkedIn hat außerdem KI-Tools für seine Plattform entwickelt, darunter eine Funktion, die Änderungen am Beitrag eines Benutzers vor der Veröffentlichung vorschlägt. In einem Interview mit Bloomberg im Juni stellte Roslansky fest, dass dieses Tool nicht so beliebt sei, wie das Unternehmen erwartet hatte. Er sagte, LinkedIn-Mitglieder befürchteten eine Gegenreaktion für die Veröffentlichung von KI-generierten Inhalten und erklärten, dass Beiträge im beruflichen Netzwerk als authentisch wahrgenommen werden müssten, um den Ruf einer Person zu schützen.

Während Roslanskys fünfjähriger Amtszeit als CEO hat sich der Jahresumsatz von LinkedIn mehr als verdoppelt und ist von 7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 auf fast 17 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 gestiegen. Das Unternehmen, das nach eigenen Angaben „das größte professionelle Netzwerk der Welt“ ist, hat über eine Milliarde Mitglieder.

Unabhängig davon deuten Prognosen darauf hin, dass die KI-Technologie bis 2030 voraussichtlich 15,7 Billionen US-Dollar zur Weltwirtschaft beitragen wird.