Ein Dutzend Generalstaatsanwälte haben eine Kartellklage eingereicht, um die 110-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) durch Paramount zu blockieren. Die Klage wurde beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien eingereicht und folgt auf die Genehmigung des Zusammenschlusses durch das Justizministerium im Juni.
Die Generalstaatsanwälte aus Arizona, Kalifornien, Colorado, Connecticut, Massachusetts, Minnesota, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, Oregon und Washington behaupten, dass der Zusammenschluss gegen den Clayton Act verstößt, indem er den Wettbewerb in verschiedenen Sektoren verringert, einschließlich des Vertriebs von Kinofilmen in großen Kinos und einfachen Kabelkanälen. Die Klage befasst sich nicht speziell mit den möglichen Auswirkungen auf den Streaming-Markt.
Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta erklärte, dass der Zusammenschluss zu höheren Preisen, geringerer Qualität und weniger Inhalten für das Publikum führen würde. Bontas Büro stellte fest, dass Paramount und WBD zusammen einen Anteil von 27 Prozent am Kinoverleihmarkt für Großveröffentlichungen und drei Zehntel der erwarteten Filme mit den höchsten Einspielzahlen halten würden.
Darüber hinaus würden die beiden Unternehmen einen Anteil von 27 Prozent am Markt für die Verbreitung grundlegender Kabelkanäle erreichen, wobei WBD der zweitgrößte Anbieter und Paramount der dritte wäre. In der Klage wird behauptet, dass eine solche Konsolidierung den Wettbewerb in mehreren Handelszweigen beeinträchtigen würde.
Ein Sprecher von Paramount kritisierte die Klage mit der Begründung, sie spiegele ein fehlerhaftes Verständnis der Kartellgesetze wider und erklärte: „Wir werden die Transaktion energisch verteidigen und zeigen, dass diese Anfechtung nicht mit einer soliden Wettbewerbspolitik vereinbar ist.“ Paramount betonte, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb und die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher verbessern würde.
David Ellison, CEO von Paramount, gab an, dass das fusionierte Unternehmen jährlich mindestens 30 Filme produzieren würde, was erhebliche Vorteile für die Verbraucher mit sich bringen würde. Das Unternehmen behauptete außerdem, dass der Zusammenschluss seine Position im Streaming-Markt stärken würde, wo WBD weltweit über 140 Millionen Abonnenten und Paramount+ 79,6 Millionen hat.
Die Generalstaatsanwälte planen, eine einstweilige Verfügung zu beantragen, um den Abschluss der Fusion zu verhindern. Paramount und WBD benötigen auch in anderen Märkten eine behördliche Genehmigung. Die Europäische Union hat zur Kenntnis genommen, dass Paramount für die Genehmigung bestimmte Zugeständnisse machen muss, wobei die vorläufige Entscheidungsfrist auf den 22. Juli festgelegt ist. Die Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde des Vereinigten Königreichs untersucht derzeit den Zusammenschluss.








