Die neuesten Untersuchungen von Google deuten darauf hin, dass Quantencomputer möglicherweise die Kryptographie, die Bitcoin und Ethereum schützt, mit weniger als 500.000 physischen Qubits durchbrechen könnten, was einer deutlichen Reduzierung gegenüber früheren Schätzungen entspricht. Forscher testeten zwei Quantenschaltungen auf einem kryptografisch relevanten Quantencomputer (CRQC) mit supraleitenden Qubits und berichteten von einer „20-fachen Reduzierung“ der Qubits, die zur Lösung des diskreten Logarithmusproblems mit elliptischen 256-Bit-Kurven (ECDLP-256) erforderlich sind, das für die Sicherung von Kryptowährungen von entscheidender Bedeutung ist.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Quantencomputer einen privaten Bitcoin-Schlüssel in nur neun Minuten knacken könnte, was einen „On-Spend-Angriff“ während der zehnminütigen Blockzeit von Bitcoin ermöglicht. Bei einem „On-Spend“-Angriff würde ein privater Schlüssel aus einem öffentlichen Schlüssel entschlüsselt, der bei einer Transaktion offengelegt wird, was möglicherweise zum Diebstahl von Geldern führen könnte.

Justin Drake, Co-Autor und Ethereum-Forscher, zeigte sich zunehmend zuversichtlich, dass ein Quantencomputer bis 2032 private Schlüssel wiederherstellen werde, und schätzte die Wahrscheinlichkeit auf mindestens 10 %. Er erklärte: „Mein Vertrauen in den Q-Day bis 2032 ist deutlich gestiegen.“

Darüber hinaus warnten die Forscher, dass Ethereum anfällig für „At-Rest-Angriffe“ sei, die ohne Zeitbeschränkung private Schlüssel aus offengelegten öffentlichen Schlüsseln ableiten können. Diese Schwachstelle entsteht, sobald ein Ethereum-Konto seine erste Transaktion durchführt, wodurch sein öffentlicher Schlüssel dauerhaft sichtbar wird.

Google schätzt, dass die 1.000 reichsten Ethereum-Konten, die rund 20,5 Millionen ETH halten, in weniger als neun Tagen kompromittiert werden könnten. Das Unternehmen möchte das Bewusstsein für diese Schwachstellen schärfen und fordert die Kryptowährungs-Community auf, Sicherheitsmaßnahmen anzupassen.

Angesichts dieser Erkenntnisse empfahl Google, Blockchains sofort auf Post-Quantum-Kryptographie (PQC) umzustellen, anstatt auf tatsächliche Quantenbedrohungen zu warten. Am Mittwoch hat Google eine Frist für die Migration zu PQC im Jahr 2029 festgelegt, was darauf hindeutet, dass die „Quantengrenzen“ früher als erwartet eintreten könnten.

Am Donnerstag stellte der Krypto-Unternehmer Nic Carter fest, dass die Elliptische-Kurven-Kryptographie bald veraltet sei. Er wies darauf hin, dass die Ethereum-Entwickler diese Schwachstellen beheben, während die Bitcoin-Entwickler hinterherhinken. Die Ethereum Foundation stellte im Februar ihre Post-Quantum-Roadmap vor, wobei Mitbegründer Vitalik Buterin die Notwendigkeit von Änderungen bei Validatorsignaturen, Datenspeicherung, Konten und Beweisen hervorhob, um Quantenbedrohungen entgegenzuwirken.


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