Philippe Dufresne, der Datenschutzbeauftragte Kanadas, stellte nach einer Untersuchung der Datenerfassungs- und Einwilligungspraktiken des Unternehmens fest, dass OpenAI „nicht mit den kanadischen Bundes- und Provinzdatenschutzgesetzen übereinstimmt“. Die Untersuchung umfasste Kollegen aus Alberta, Quebec und British Columbia und konzentrierte sich auf den Ansatz von OpenAI gemäß dem Personal Information Protection and Electronic Documents Act (PIPEDA).
Ermittler berichteten, dass OpenAI große Mengen personenbezogener Daten ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen und ohne Einholung der erforderlichen Zustimmung sammelte. Obwohl Warnungen in ChatGPT darauf hindeuteten, dass Interaktionen für Schulungen genutzt werden könnten, wurde darauf hingewiesen, dass die vom Unternehmen erworbenen oder gecrawlten Daten Dritter persönliche Daten enthielten, die den Benutzern möglicherweise nicht bekannt seien.
Die Untersuchung ergab, dass ChatGPT-Benutzer nicht in der Lage waren, auf ihre Daten zuzugreifen, diese zu korrigieren oder zu löschen, was erhebliche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes aufwirft. Darüber hinaus kritisierten die Ermittler OpenAI dafür, dass es Ungenauigkeiten in einigen von ChatGPT generierten Antworten nur unzureichend anerkannte.
Dufresne erklärte, dass OpenAI während der Untersuchung kooperativ war und sich verpflichtet hat, mehrere Änderungen vorzunehmen, um die Einhaltung der kanadischen Datenschutzgesetze sicherzustellen. OpenAI hat frühere Modelle, die gegen Vorschriften verstießen, aus dem Verkehr gezogen und verwendet nun ein Filtertool, um persönliche Informationen in öffentlich zugänglichen Daten und lizenzierten Datensätzen zu maskieren, die für das Training verwendet werden.
Innerhalb von drei Monaten wird OpenAI der abgemeldeten Version von ChatGPT einen Hinweis hinzufügen, der Benutzer darüber informiert, dass Chats für Schulungen genutzt werden könnten, und von der Weitergabe sensibler Informationen abrät. Darüber hinaus plant das Unternehmen, seine Datenexport-Tools zu vereinfachen und den Prozess zu klären, damit Benutzer in den nächsten sechs Monaten die Antwortgenauigkeit von ChatGPT in Frage stellen können.
OpenAI hat außerdem zugestimmt, den Datenschutzbeauftragten zu bestätigen, dass robuste Schutzmaßnahmen für künftig ausgemusterte Datensätze eingerichtet werden. Darüber hinaus wird das Unternehmen Schutzmaßnahmen zum Schutz der personenbezogenen Daten minderjähriger Verwandter von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens testen.
Die Untersuchung der Datenschutzpraktiken von OpenAI begann im Jahr 2023. Vor kurzem wurde das Unternehmen im Zusammenhang mit einer Massenschießerei in Tumbler Ridge im Februar 2026 unter die Lupe genommen. Berichten zufolge wurde das Konto des mutmaßlichen Schützen im Jahr 2025 wegen Warnungen vor Gewalt in der realen Welt markiert, OpenAI hat diese Bedenken jedoch nicht an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben.
Nach der Schießerei forderten die Aufsichtsbehörden Änderungen an den Sicherheitsprotokollen von OpenAI, was dazu führte, dass das Unternehmen zustimmte, in Zukunft enger mit kanadischen Strafverfolgungs- und Gesundheitsbehörden zusammenzuarbeiten.








