Zoom stellte am Mittwoch auf seiner jährlichen Zoomtopia-Konferenz eine Reihe innovativer KI-gesteuerter Produkte und Funktionen vor, die darauf abzielen, die plattformübergreifende Zusammenarbeit und Produktivität zu verbessern. Das Herzstück ist ein aktualisierter AI Companion, der für den nahtlosen Einsatz in mehreren Meeting-Anwendungen konzipiert ist und Zoom in die Lage versetzt, effektiver mit speziellen Notiztools wie Read AI, Otter, Fireflies, Granola und Circleback zu konkurrieren.
Der verbesserte AI Companion geht jetzt über Zoom-Meetings hinaus und lässt sich in Google Meet und Microsoft Teams integrieren, sodass Transkription und Notizen in Echtzeit auch bei persönlichen Zusammenkünften möglich sind. Benutzer können während der Sitzungen manuell Notizen machen, die anschließend von der KI erweitert und in organisierte Zusammenfassungen strukturiert werden. Eine neue plattformübergreifende Suchfunktion ermöglicht den Abruf von Informationen aus Google- und Microsoft-Ökosystemen und optimiert so den Zugriff auf verstreute Daten.
Die Kalenderverwaltung erhält durch KI-gestützte Planungstools einen deutlichen Schub. Der Companion kann optimale Zeitfenster identifizieren, die der Verfügbarkeit aller Teilnehmer gerecht werden. Darüber hinaus analysiert die Anforderungsfunktion „Meine Zeit freigeben“ Zeitpläne und schlägt vor, Besprechungen zu überspringen oder zu verschieben. Dies spiegelt ähnliche Funktionen von Tools wie Clockwise wider, die letztes Jahr die Konfliktlösung eingeführt haben. Proaktive Empfehlungen helfen weiter, indem sie vorgeschlagene Aufgaben, Tagesordnungspunkte zur Vorbereitung und einen kollaborativen Gruppen-KI-Assistenten generieren, um Teaminteraktionen zu erleichtern.
Um Bedenken hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit und des Datenschutzes Rechnung zu tragen, führte Zoom fotorealistische KI-Avatare ein, die die Aktionen der Benutzer im Video nachahmen. Diese Avatare dienen als Stellvertreter, wenn die Teilnehmer nicht vor der Kamera stehen. CEO Eric Yuan demonstrierte einen solchen Avatar Anfang des Jahres während einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen. Die Funktion verspricht zwar Flexibilität, birgt aber auch Risiken für Deepfakes und könnte die IT-Teams von Unternehmen dazu veranlassen, Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Die Einführung für Verbraucher ist für Ende des Jahres geplant.
Gastgeber von Meetings erhalten neue Engagement-Tools, darunter Zoom Clips – eine asynchrone Video-Messaging-Funktion – und KI-Avatare, um Teilnehmer in Wartezimmern zu begrüßen und Sitzungsziele zu skizzieren. Durch KI unterstützte Live-Übersetzungsfunktionen werden die mehrsprachige Kommunikation unterstützen und die Zugänglichkeit erweitern.
Die Weboberfläche der Plattform wurde überarbeitet, um den AI Companion prominent zu präsentieren. Zu den ergänzenden KI-Tools gehören ein Schreibassistent zum Verfassen von E-Mails und Dokumenten sowie eine Deep-Recherche-Funktion für die umfassende Informationsbeschaffung. Entwickler und Benutzer können jetzt benutzerdefinierte KI-Agenten erstellen, die vom Model Context Protocol (MCP) unterstützt werden, und so eine maßgeschneiderte Automatisierung fördern.
Technische Verbesserungen sorgen für ein flüssigeres Erlebnis, mit Unterstützung für höhere Bitraten und 60 Bilder pro Sekunde (fps) Video in Besprechungen. Ein neues Zoom-Videoverwaltungstool vereinfacht die Organisation und Handhabung von Video-Assets und richtet sich an Content-Ersteller und Teams, die auf Multimedia angewiesen sind.
Diese Aktualisierungen spiegeln die Strategie von Zoom wider, sich von einem führenden Anbieter von Videokonferenzen zu einem umfassenden Produktivitätszentrum zu entwickeln, indem KI integriert wird, um mit etablierten Suiten zu konkurrieren und gleichzeitig der Wettbewerbsdruck durch Nischen-Startups gemildert wird. Mit zunehmender Akzeptanz wird die Balance zwischen Innovation und Sicherheit für eine breite Akzeptanz in Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein.








