Die Preise für Nvidias eingeschränkte KI-Chips haben sich auf dem chinesischen Schwarzmarkt in den letzten sechs Monaten mehr als verdoppelt, berichtete die Financial Times. Der Anstieg verdeutlicht, wie die US-Exportkontrollen zu einer erheblichen Knappheitsprämie geführt haben, ohne den chinesischen Zugang zu diesen fortschrittlichen Computerprodukten vollständig einzuschränken.
Der DGX B300-Server, der acht B300-GPUs enthält, ist auf dem chinesischen Untergrundmarkt auf über 8 Millionen Yuan (ca. 1,1 Millionen US-Dollar) gestiegen, gegenüber etwa 4 Millionen Yuan Ende letzten Jahres. In den Vereinigten Staaten kostet das gleiche System etwa 550.000 US-Dollar, was die durch den Schwarzmarkt verursachten Preisunterschiede verdeutlicht.
Chinas Zollbehörden haben im Januar damit begonnen, die Einfuhr von Nvidias H200-Chips zu blockieren, wobei Beamte erklärten, dass den Prozessoren die Einfuhr in das Land „nicht gestattet“ sei. Gleichzeitig hat Peking inländische Unternehmen aufgefordert, auf den Kauf dieser eingeschränkten Chips zu verzichten, sofern dies nicht unbedingt erforderlich ist, und Ausnahmen nur für universitäre Forschung zuzulassen.
Ende Mai schloss das US-Handelsministerium eine Lücke, die es ermöglicht hatte, eingeschränkte Rubin- und Blackwell-Chips sowie AMDs MI350x über Offshore-Tochtergesellschaften an chinesische Firmen zu liefern. Das Bureau of Industry and Security stellte klar, dass die Lizenzanforderungen nun für alle Unternehmen mit Sitz in China gelten, unabhängig von ihrem tatsächlichen Standort.
Trotz der Bemühungen der Regierung, die Nachfrage von Unternehmen wie Huawei auf inländische Alternativen zu verlagern, setzen chinesische Unternehmen weiterhin auf Nvidia-Hardware. Das Vorgehen gegen den Schmuggel auf dem Graumarkt verschärfte sich nach der Festnahme eines Supermicro-Mitbegründers Anfang des Jahres, wodurch das Angebot erheblich zurückging, während die Nachfrage anhielt.
Im April wurde berichtet, dass die monatlichen Mietpreise für B300-Server in China bis zu 190.000 Yuan erreichten, was die Rechenknappheit verdeutlicht, mit der chinesische KI-Unternehmen konfrontiert sind.
Die Aktien von Nvidia fielen am Dienstag um mehr als 4 % auf etwa 200 US-Dollar, was zu einem Rückgang von etwa 3 % im vergangenen Monat beitrug. Dieser Rückgang fiel mit einem umfassenderen Ausverkauf im Technologiebereich zusammen, der mit steigenden Zinserhöhungserwartungen der Federal Reserve und anhaltenden Sorgen über Nvidias Schwarzmarktbericht und seine Umsatzaussichten in China zusammenhängt.
Trotz der Genehmigung der US-Regierung für Exportlizenzen hat Nvidia keine nennenswerten Einnahmen aus H200-Verkäufen nach China erzielt. Das Unternehmen gab im Mai zu, dass es weiterhin ungewiss sei, ob letztendlich Importe zugelassen würden.








