Ankers Überwachungskameramarke Eufy startete Anfang des Jahres eine umstrittene Datenerfassungskampagne und bot Nutzern 2 US-Dollar pro Video an, um ihre KI-Systeme für die Diebstahlerkennung zu trainieren.
Ziel der vom 18. Dezember 2024 bis zum 25. Februar 2025 laufenden Kampagne war es, jeweils 20.000 Videos zu Paket- und Autodiebstahlszenarien zu sammeln. Benutzer konnten über ein Google-Formular sowohl echte als auch inszenierte Diebstahlvideos einreichen, wobei das Unternehmen die Teilnehmer dazu ermutigte, mithilfe mehrerer Kameras simulierte Diebstahlereignisse zu erstellen.
Laut Nutzerkommentaren gaben mehr als 120 Personen an, an der ersten Kampagne teilgenommen zu haben. Eufy behauptete, die gesammelten Daten würden ausschließlich für das Training von KI-Algorithmen verwendet, wobei Benutzer Videos hochladen und Zahlungen über PayPal erhalten könnten.
Im Anschluss an die erste Kampagne führte Eufy ein „Video-Spendenprogramm“ mit alternativen Anreizen ein. Das neue Programm bietet Belohnungen wie digitale Abzeichen, Kameras und Geschenkkarten für Videobeiträge. Eine In-App-„Honor Wall“ zeigt derzeit an, dass der Top-Beitragende 201.531 Videos eingereicht hat.
Das aktuelle Programm fordert ausdrücklich Videos mit Menschen und betont, dass gespendetes Filmmaterial nicht an Dritte weitergegeben wird. Das Unternehmen hat seine Videosammlungsbemühungen um Aufnahmen von Babyphones erweitert, eine finanzielle Entschädigung für diese Einsendungen wird jedoch nicht erwähnt.
Diese Initiative unterstreicht den wachsenden Trend von Technologieunternehmen, nach benutzergenerierten Daten zu suchen, um KI-Technologien zu verbessern. Allerdings wurde die Glaubwürdigkeit von Eufy bereits zuvor in Frage gestellt. Im Jahr 2023 enthüllte The Verge, dass die beworbenen Ende-zu-Ende-verschlüsselten Kamerastreams des Unternehmens beim Zugriff über sein Webportal tatsächlich unverschlüsselt waren. Anker gab daraufhin die Falschdarstellung zu und versprach, sich mit dem Problem zu befassen.
Die Datenerfassungsstrategie weist Parallelen zu anderen jüngsten Vorfällen in der Technologiebranche auf, beispielsweise dem umstrittenen Anrufaufzeichnungsprogramm der Neon-App, das eingestellt wurde, nachdem eine erhebliche Sicherheitslücke entdeckt wurde.
Trotz mehrfacher Nachfragen von TechCrunch machte Eufy keine konkreten Angaben zur Anzahl der Teilnehmer, zum insgesamt gezahlten Geld oder zum Gesamtvolumen der während der Kampagne gesammelten Videos.








