WhatsApp hat diese Woche mit der Einführung von Benutzernamenreservierungen begonnen und strebt eine breitere Einführung später in diesem Jahr an. Diese Funktion ermöglicht es Benutzern, einander mithilfe von Benutzerkennungen anstelle von Telefonnummern zu finden und ihnen Nachrichten zu senden. Dies gibt Anlass zu Bedenken hinsichtlich Identitätsdiebstahl und zieht die Prüfung durch Sicherheitsexperten und Aufsichtsbehörden in Indien, wo WhatsApp mehr als 500 Millionen Benutzer hat, auf sich.

Die Einführung markiert eine Abkehr von Telefonnummern als primäre Kennung, wobei Meta erklärt, dass die Änderung darauf abzielt, den Datenschutz zu verbessern. Kritiker argumentieren jedoch, dass es die Möglichkeiten für Identitätsdiebstahl erhöhen könnte, da erste Tests ergaben, dass Benutzernamen, die prominenten Persönlichkeiten ähnelten, darunter „indiamodi“ und „shahrukh.actor“, reserviert werden konnten.

Binance-Gründer Changpeng Zhao berichtete von Schwierigkeiten bei der Reservierung seines bestehenden Benutzernamens „cz_binance“ auf der Plattform. Meta gab an, Benutzernamen für Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Regierungsstellen zu reservieren, um Identitätsdiebstahl zu verhindern, hat jedoch die Kriterien für die Reservierung ähnlicher Benutzernamen nicht klargestellt.

Angesichts der häufigen Ausnutzung von Messaging-Plattformen für Cyberbetrug sind die Bedenken der Regulierungsbehörden in Indien bemerkenswert. Das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) warnte, dass die neue Funktion Online-Betrug und Identitätsdiebstahl-Angriffe erheblich verstärken könnte. In einer Mitteilung an WhatsApp forderte MeitY eine Erklärung, um regulatorische Maßnahmen im Zusammenhang mit der Einführung zu vermeiden.

Ein hochrangiger Beamter des Ministeriums bestätigte laufende Gespräche mit WhatsApp über die Funktion. Die Internet Freedom Foundation kritisierte die Mitteilung von MeitY als fehlende Rechtsgrundlage und argumentierte, dass sie zu einer übermäßigen staatlichen Kontrolle über das Produktdesign führen könnte.

Rachel Tobac, CEO von SocialProof Security, räumte ein, dass Benutzernamen zwar die Notwendigkeit der Weitergabe von Telefonnummern verringern könnten, sie aber dennoch das Risiko von Identitätsdiebstahl bergen. Sie forderte die Benutzer auf, eindeutige, schwer zu erratende Benutzernamen zu wählen, um das Risiko einer Belästigung zu verringern.

WhatsApp ermöglicht es Benutzern, bestehende Facebook- oder Instagram-Benutzernamen zu verknüpfen, um plattformübergreifend einheitliche Identitäten aufrechtzuerhalten. Die Mozilla Foundation warnte davor, dass die Einführung von Benutzernamen zu mehr Betrug und Identitätsdiebstahl führen könnte, und verwies auf die mit dieser Änderung verbundenen Kompromisse.

WhatsApp gab an, dass man sich der Einführung schrittweise nähert und das Feedback der Benutzer berücksichtigt, um einen robusten Start später in diesem Jahr sicherzustellen.


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